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Die wichtigsten Neuigkeiten der letzten Wochen rund um Bürgerenergie, Photovoltaik und aktuelle Gesetzgebung – kompakt und auf den Punkt.

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Jan Simon 2 Min. Lesezeit Technik & Wissen Vereinsarbeit Veranstaltung

The smarter E 2026: Die Technik ist bereit – die Regeln müssen folgen

Vertreter der Sonneninitiative e.V. haben auch in diesem Jahr die Intersolar Europe im Rahmen der The smarter E Europe 2026 in München besucht. Der Eindruck vor Ort war klar: Die Branche blickt optimistisch nach vorn. Eine Energieversorgung ohne fossile Energieträger ist technisch längst keine ferne Vision mehr, sondern wird auf vielen Ebenen konkret vorbereitet.

Die Messe zeigte deutlich, wie dynamisch sich Photovoltaik, Speichertechnik, Ladeinfrastruktur und Energiemanagement weiterentwickeln. Besonders auffällig war die starke internationale Prägung. Viele Anbieter, insbesondere aus Asien, präsentierten Lösungen, die zeigen, wie weit die Verbindung von Solarstrom, Batteriespeichern, intelligenter Steuerung und Elektromobilität bereits gedacht wird.

Weltweit gibt es inzwischen zahlreiche Beispiele dafür, wie erneuerbare Energie besser genutzt werden kann: durch große und kleine Speicherlösungen, durch flexible Verbraucher, durch intelligente Steuerungstechnik und durch Systeme, die Erzeugung und Verbrauch enger zusammenbringen. Gerade in einigen asiatischen Märkten ist dabei spürbar, dass technische Innovationen schneller in die praktische Anwendung kommen als in Deutschland und Europa.

Ein Beispiel dafür ist das bidirektionale Laden. Elektrofahrzeuge können künftig nicht nur Strom aufnehmen, sondern auch wieder abgeben – etwa zur Unterstützung des Gebäudes, zur Optimierung des Eigenverbrauchs oder perspektivisch zur Entlastung des Netzes. Die Technik dafür ist vorhanden. Damit solche Lösungen im Alltag wirklich nutzbar werden, braucht es jedoch klare gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen.

Auch bei den Photovoltaikmodulen geht die Entwicklung weiter. Die Leistungssteigerungen fallen zwar nicht mehr so sprunghaft aus wie in früheren Jahren, dennoch werden Module robuster, vielseitiger und für neue Einsatzbereiche interessanter. Glas-Glas-Module setzen sich zunehmend als Standard durch. Besonders spannend sind Lösungen mit Zulassungen für Überkopf-Anwendungen, etwa für Carports, Fassaden oder andere baulich integrierte Anlagen.

Für die Sonneninitiative lag ein besonderer Schwerpunkt auf Energiemanagementlösungen mit Batteriespeichern. Für Bürgersonnenkraftwerke wird dieses Thema immer wichtiger. Wenn Solarstrom intelligent gespeichert, gesteuert oder vor Ort genutzt werden kann, lassen sich Netzengpässe besser vermeiden. Ziel ist es, Anlagen so zu betreiben, dass möglichst wenig erneuerbarer Strom abgeregelt werden muss.

Denn eine zentrale Erkenntnis der Messe lautet: Technisch ist heute sehr vieles möglich. Die eigentlichen Bremsen liegen häufig nicht mehr in der Hardware, sondern in den Rahmenbedingungen. Komplexe Vorgaben, uneinheitliche Anforderungen der Netzbetreiber und langwierige Abstimmungsprozesse erschweren oft die Umsetzung sinnvoller Lösungen.

Für die Energiewende ist das eine entscheidende Frage. Wenn Photovoltaikanlagen, Speicher, Ladeinfrastruktur und Energiemanagement zusammenarbeiten, kann erneuerbarer Strom deutlich effizienter genutzt werden. Genau hier liegt auch eine große Chance für Bürgersonnenkraftwerke: Sie können nicht nur sauberen Strom erzeugen, sondern künftig noch stärker zur Netzstabilität, zur regionalen Versorgung und zur intelligenten Nutzung erneuerbarer Energie beitragen.

Der Besuch in München hat gezeigt: Die Branche ist bereit. Die Technik ist vorhanden. Jetzt müssen Gesetzgeber, Behörden und Netzbetreiber dafür sorgen, dass gute Lösungen schneller in die Praxis kommen.

Jan Simon 2 Min. Lesezeit Vereinsarbeit Technik & Wissen

Das neue Sonnenportal startet in wenigen Tagen

In wenigen Tagen geht das neue Sonnenportal der Sonneninitiative an den Start. Damit erhalten unsere Teilnehmenden künftig einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu ihren Projekten, Dokumenten, Rechnungen und weiteren Informationen rund um ihre Beteiligung.

Das Sonnenportal wird die digitale Kommunikation zwischen der Sonneninitiative und den Teilnehmenden weiter vereinfachen. Nach dem Einloggen sehen Nutzerinnen und Nutzer auf der Startseite wichtige Nachrichten, eine Übersicht ihrer Beteiligungen sowie aktuelle Informationen zu Projekten, die sich noch im Bau befinden. Auch die letzten Rechnungen und Gutschriften können dort direkt eingesehen und heruntergeladen werden.

Ein zentraler Bereich ist die Projektübersicht. Dort finden Teilnehmende ihre jeweiligen Bürgersonnenkraftwerke mit den wichtigsten Stammdaten, zugehörigen Dokumenten und der Anlagenüberwachung. In der Überwachung lassen sich aktuelle und historische Ertragsdaten einsehen. Zusätzlich bietet das Portal Prognosen und die Möglichkeit, verschiedene Zeiträume miteinander zu vergleichen.

Auch Dokumente und Rechnungen werden künftig komfortabler zugänglich sein. Jahresumsatzlisten, Gutschriften und weitere Unterlagen können nach Projekt, Zeitraum oder Typ sortiert und als PDF heruntergeladen werden. Über ein Rechnungsarchiv lassen sich Dokumente zudem gebündelt herunterladen.

Darüber hinaus bietet das Sonnenportal neue Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme. Teilnehmende können zum Beispiel Anfragen stellen, wenn sie eine Anlage verkaufen, eine Beteiligung übertragen oder Interesse an weiteren Bestandsanlagen bekunden möchten.

Das Portal wird laufend weiterentwickelt und Schritt für Schritt um zusätzliche Funktionen ergänzt. Ziel ist es, den Teilnehmenden der Sonneninitiative einen noch besseren digitalen Service zu bieten – übersichtlich, einfach erreichbar und auf die Bedürfnisse unserer Bürgerinnen und Bürger zugeschnitten.

Einen ersten Einblick in das neue Sonnenportal gibt unser Video:

https://www.youtube.com/embed/oZkNBSunK68?si=jDrjhmPdwIqbXAQS

Wir freuen uns auf den Start in wenigen Wochen und nehmen Anregungen, Wünsche und Rückmeldungen zum Sonnenportal gerne entgegen. So können wir das Portal gemeinsam weiter verbessern.

Jan Simon 2 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Technik & Wissen

Erneuerbare Energien liefern Rekordanteil im ersten Halbjahr

Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2026 rund 58 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland gedeckt. Das ist ein neuer Rekordwert für ein erstes Halbjahr – und ein klares Zeichen dafür, dass die Energiewende wirkt.

Nach vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erzeugten Anlagen aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse von Januar bis Juni insgesamt 152,2 Milliarden Kilowattstunden Strom. Der Anteil am Bruttostromverbrauch lag damit fast drei Prozentpunkte höher als im Vorjahreszeitraum.

Besonders stark war der Zuwachs bei der Windenergie. Die Stromerzeugung aus Windkraft an Land stieg um 7,0 Prozent, die Erzeugung aus Offshore-Windparks sogar um 28,3 Prozent. Auch die Photovoltaik legte weiter zu: Sie erzeugte 3,7 Prozent mehr Strom als im ersten Halbjahr des Vorjahres. Die Wasserkraft ging dagegen wegen geringerer Niederschläge zurück.

Diese Zahlen zeigen: Der Ausbau erneuerbarer Energien ist keine Randerscheinung mehr, sondern trägt längst den größten Teil der Stromversorgung. Sonne und Wind liefern nicht nur klimafreundlichen Strom, sondern machen Deutschland auch unabhängiger von fossilen Energieimporten und deren Preisschwankungen.

Für die Sonneninitiative ist dieser Rekord ein wichtiges Signal. Jede neue Photovoltaikanlage auf einem kommunalen Dach, einem Gewerbegebäude, einer Schule oder einem Mehrfamilienhaus stärkt diese Entwicklung. Bürgersonnenkraftwerke machen die Energiewende sichtbar und ermöglichen es Bürgerinnen und Bürgern, selbst aktiv daran mitzuwirken.

Gleichzeitig ist der Rekord kein Grund, sich zurückzulehnen. Damit der Anteil erneuerbarer Energien weiter steigt, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, schnellere Netzanschlüsse, mehr Speicher, intelligente Steuerungstechnik und weiterhin viele geeignete Dächer, die für Solarstrom genutzt werden.

Die Richtung stimmt: Erneuerbare Energien liefern immer mehr Strom. Jetzt kommt es darauf an, diesen Weg konsequent weiterzugehen – regional, dezentral und mit Bürgerbeteiligung.

Quellen:

BDEW/ZSW: „Rekord: Erneuerbare decken 58 Prozent des Stromverbrauchs im 1. Halbjahr 2026“

Bundesnetzagentur: Strommarktdaten 2025

SPIEGEL/dpa: „Erneuerbare liefern 58 Prozent des Stroms in Deutschland“

Christian Quast 2 Min. Lesezeit Wenn die Sonne kühlt: PV als Antwort auf Hitzeschäden im Mittelstand und bei Kommunen

Wenn die Sonne kühlt: PV als Antwort auf Hitzeschäden im Mittelstand und bei Kommunen

Hitze wird zum Standortfaktor: Wenn Büros, Schulen, Rathäuser, Praxen oder Betriebe überhitzen, sinken Konzentration, und Leistungsfähigkeit. Photovoltaik liefert genau dann Strom, wenn Kühlung gebraucht wird – an sonnigen, heißen Tagen. Für Unternehmen und Kommunen wird PV damit nicht nur zur Stromkostenbremse, sondern zur praktischen Antwort auf Hitzewellen.

Die vergangenen zwei Wochen haben gezeigt, wie schnell Hitze zum Wirtschaftsfaktor wird. Ende Juni 2026 wurden in Deutschland regionale Hitzerekorde gemeldet; der DWD spricht von einer außergewöhnlich warmen zweiten Monatshälfte mit Temperaturen bis 41,8 °C (Drewitz,  Sachsen-Anhalt, 27.6.2026)

Für kleine und mittlere Unternehmen oder Kommunen ist das mehr als unangenehm. Hitze senkt Konzentration, Tempo und Belastbarkeit. Allianz Trade beziffert den Produktivitätsverlust auf rund 3 % je zusätzlichem Grad über 30 °C; bis 2030 könnten Deutschland bei wiederkehrenden Hitzewellen wirtschaftliche Verluste von umgerechnet rund 115 Mrd. Euro entstehen. Auch das Umweltbundesamt verweist auf hitzebedingte Produktionsverluste: Für die Hitzesommer 2018 und 2019 wurden direkte Schäden durch Produktionseinbußen in Milliardenhöhe ermittelt.

Damit wird Kühlung zur Standortfrage. Die Arbeitsstättenregel ASR A3.5 nennt klare Schwellen: Arbeitsräume sollen 26 °C nicht überschreiten; ab 30 °C werden wirksame Maßnahmen erforderlich, ab 35 °C ist ein Raum ohne besondere Maßnahmen nicht mehr als Arbeitsraum geeignet.

Die beste Energiequelle für diese Kühlung liegt meist direkt über den Köpfen: Photovoltaik. Denn Klimaanlagen brauchen Strom genau dann, wenn PV-Anlagen am besten liefern – an sonnigen, heißen Tagen, tagsüber und häufig zur Mittagszeit. Der Strom wird also nicht erst teuer aus dem Netz bezogen, sondern direkt von der PV-Anlage auf dem Dach.

Das passt auch zum Trend: Nach Fraunhofer ISE ist der Eigenverbrauch von Solarstrom in Deutschland 2024 auf 12,28 TWh gestiegen; das entsprach bereits 17 % der PV-Nettostromerzeugung. Für KMU ist das ein starkes Argument: Jede Kilowattstunde, die eine PV-Anlage direkt für Kühlung, Lüftung oder Gebäudetechnik liefert, senkt Netzbezug und stabilisiert zugleich die Arbeitsbedingungen.

Photovoltaik ist damit nicht nur Klimaschutz und Stromkostenbremse. Sie wird zur Grundlage für produktive, hitzeresistente Arbeitsplätze. Wer heute in PV investiert, sollte Kühlung gleich mitdenken. Und wer Klimaanlagen plant, sollte die PV-Anlage dazu planen.

Genau hier setzen die Sonnenkraftwerke der Sonneninitiative an: Sie machen ungenutzte Dachflächen zu dezentralen Kraftwerken, die Investition wird gerne von engagierten Menschen getragen. Sie liefern günstigen Solarstrom direkt vor Ort und helfen Unternehmen, ihre Energiekosten zu senken und sich zugleich besser gegen kommende Hitzewellen aufzustellen.

Die Sonne ist Teil des Problems. Kann sie nicht auch Teil Ihrer Lösung sein?

Jan Simon 1 Min. Lesezeit Technik & Wissen Politik & Recht

Sichere Technik für eine sichere Energiewende

Die EU-Kommission stoppt nach Medienberichten die Förderung für neue Energieprojekte, in denen Wechselrichter aus China, Russland, Iran oder Nordkorea verbaut werden. Hintergrund sind Sicherheitsbedenken: Wechselrichter steuern, wann und wie viel Strom aus Photovoltaikanlagen oder Speichern ins Netz eingespeist wird. Da viele Geräte mit dem Internet verbunden sind, gelten sie als mögliche Schwachstelle für Cyberangriffe.

Das ist kein Argument gegen Photovoltaik. Im Gegenteil: Die Entscheidung zeigt, wie wichtig Solarenergie inzwischen für unsere Energieversorgung geworden ist. Was früher einzelne Anlagen auf Dächern waren, ist heute Teil kritischer Infrastruktur. Deshalb müssen Technik, Lieferketten und digitale Sicherheit sorgfältig betrachtet werden.

Für Kommunen, Unternehmen und Bürgerenergieprojekte bedeutet das: Bei neuen Projekten wird die Auswahl der Komponenten noch wichtiger. Kurzfristig kann das mehr Prüfaufwand bedeuten. Langfristig stärkt es aber die Sicherheit und Unabhängigkeit der Energiewende.

Für die Sonneninitiative ist klar: Bürgerenergie braucht Vertrauen. Bürgerinnen und Bürger investieren in Photovoltaikanlagen, Kommunen stellen Dächer bereit, Unternehmen nutzen Solarstrom vor Ort. Alle Beteiligten müssen sich darauf verlassen können, dass die eingesetzte Technik zuverlässig und sicher arbeitet.

Die Debatte um Wechselrichter zeigt: Die Energiewende ist längst im Zentrum unserer Energieversorgung angekommen. Umso wichtiger ist es, sie dezentral, bürgernah und zugleich technisch verantwortungsvoll weiter auszubauen.

Quellen

  • Stern/AFP: „EU-Kommission stoppt Förderung für chinesische Wechselrichter“, 04. Mai 2026.

  • Reuters: „EU curbs on Chinese inverters risk slowing solar rollout over security fears“, 11. Juni 2026.

  • pv magazine: „EU funding ban on high-risk inverters, including Chinese suppliers, extends to BESS“, 04. Mai 2026.

Jan Simon 2 Min. Lesezeit Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Politik & Recht Technik & Wissen

Wer Netzentgelte kassiert, muss auch Netzanschlüsse liefern

Hohe Renditen bei Verteilnetzbetreibern werfen Fragen auf. Denn Bürgerenergie, Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpen brauchen vor allem eines: ein Stromnetz, das mit der Energiewende Schritt hält.

Die Energiewende scheitert nicht am Engagement der Menschen vor Ort. Bürgerinnen und Bürger investieren in Photovoltaikanlagen, Kommunen stellen Dächer zur Verfügung, Unternehmen wollen ihren Strom selbst erzeugen, Speicherprojekte stehen bereit. Doch immer häufiger wird nicht die Finanzierung, die Technik oder die Bereitschaft zum Problem – sondern der Netzanschluss.

Ein aktueller Bericht des SPIEGEL auf Grundlage einer Analyse des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft zeigt: Viele große Verteilnetzbetreiber erzielen offenbar seit Jahren hohe Renditen. Für 2024 nennt der Bericht bei den 18 größten regionalen Stromnetzbetreibern eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von rund 24 Prozent. Einzelne Unternehmen sollen sogar deutlich darüber liegen.

Das ist besonders relevant, weil Verteilnetzbetreiber keine normalen Unternehmen im Wettbewerb sind. Sie betreiben regionale Monopole. Stromkundinnen und Stromkunden können sich ihren Netzbetreiber nicht aussuchen. Bezahlt wird der Netzbetrieb über die Netzentgelte – also über einen erheblichen Bestandteil der Stromrechnung.

Natürlich müssen Stromnetze finanziert werden. Der Umbau des Energiesystems kostet Geld. Mehr Photovoltaik, mehr Wärmepumpen, mehr Elektromobilität, mehr Speicher und mehr flexible Verbraucher erfordern Investitionen in Leitungen, Trafostationen, Digitalisierung und Steuerbarkeit. Daran gibt es keinen Zweifel.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Kommt das Geld auch dort an, wo es für die Energiewende gebraucht wird?

Viele Bürgerenergieprojekte erleben in der Praxis etwas anderes: lange Wartezeiten, komplizierte Abläufe, unklare Zuständigkeiten, verzögerte Netzanschlüsse und fehlende digitale Prozesse. Auch der Smart-Meter-Rollout kommt seit Jahren nur schleppend voran. Gleichzeitig steigen die Netzentgelte und belasten Haushalte, Unternehmen und die Akzeptanz der Energiewende.

Die Sonneninitiative fordert deshalb: Wer sichere Einnahmen aus einem regulierten Monopol erhält, muss auch verlässlich liefern. Netzbetreiber brauchen faire Rahmenbedingungen für Investitionen. Aber sie müssen zugleich an klaren Leistungen gemessen werden: schnelle Netzanschlüsse, transparente Verfahren, zügige Digitalisierung und eine Netzplanung, die dezentrale Erzeugung nicht ausbremst, sondern ermöglicht.

Bürgerenergie ist kein Störfaktor im Stromsystem. Sie ist ein zentraler Baustein der Energiewende. Jedes Bürgersonnenkraftwerk ersetzt fossile Stromerzeugung, schafft regionale Wertschöpfung und macht Menschen zu aktiven Teilnehmenden der Energiewende. Damit dieses Potenzial genutzt werden kann, brauchen wir Stromnetze, die den Umbau aktiv unterstützen.

Die Diskussion über hohe Renditen der Verteilnetzbetreiber zeigt: Die Regulierung muss genauer hinsehen. Netzentgelte dürfen nicht den Eindruck erwecken, sichere Renditen zu ermöglichen, während Projekte vor Ort auf Anschluss, Zähler oder technische Freigaben warten.

Die Energiewende braucht keine neuen Bremsen. Sie braucht Netze, die mitziehen.

Jan Simon 2 Min. Lesezeit Technik & Wissen Energiewende & Klima

Jedes vierte neue Auto fährt elektrisch

Die aktuellen Zulassungszahlen zeigen: Elektromobilität gewinnt in Deutschland wieder deutlich an Fahrt. Im Mai 2026 war jeder vierte neu zugelassene Pkw ein reines Elektroauto. Damit wächst nicht nur der Fahrzeugbestand – auch der Bedarf an sauberem, regional erzeugtem Ladestrom steigt.

Im Mai wurden in Deutschland 239.448 Pkw neu zugelassen. Davon waren 59.969 reine Elektroautos. Das entspricht einem Anteil von 25 Prozent und einem Plus von 39,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Von Januar bis Mai kamen insgesamt 283.949 neue reine Elektroautos hinzu.

Auch Plug-in-Hybride legten zu: Im Mai wurden 27.921 Fahrzeuge dieser Antriebsart neu zugelassen. Zusammen hatte damit mehr als jedes dritte neue Auto einen Stecker. Gleichzeitig gingen die Neuzulassungen klassischer Benziner und Diesel deutlich zurück.

Im europäischen Vergleich steht Deutschland inzwischen wieder gut da. In der EU lag der Anteil reiner Elektroautos in den ersten vier Monaten 2026 bei knapp 20 Prozent. China ist bereits deutlich weiter: Dort machten sogenannte New Energy Vehicles im Mai 2026 rund 63 Prozent der Neuzulassungen aus. Der Vergleich ist nicht ganz deckungsgleich, weil China neben reinen Elektroautos auch Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender einbezieht. Die Richtung ist aber eindeutig: Elektromobilität wird weltweit zum Massenmarkt.

Für die Energiewende ist das eine wichtige Entwicklung. Denn jedes neue Elektroauto erhöht den Strombedarf. Entscheidend ist daher, dass dieser Strom möglichst erneuerbar, regional und intelligent genutzt wird.

Gerade hier bieten Photovoltaik und Ladeinfrastruktur große Chancen. Ein Auto steht oft viele Stunden am Tag und muss nicht immer sofort mit voller Leistung laden. Wird der Ladevorgang in Zeiten mit viel Solar- oder Windstrom verschoben, kann das Netz entlastet und erneuerbare Energie besser genutzt werden.

Besonders sinnvoll ist das bei Gebäuden mit eigener Photovoltaikanlage. Unternehmen, Kommunen, Wohngebäude oder öffentliche Einrichtungen können Solarstrom vom Dach direkt für Fahrzeuge vor Ort nutzen. So steigt der Eigenverbrauch, die Energiekosten werden kalkulierbarer und fossile Kraftstoffe werden Schritt für Schritt ersetzt.

Die aktuellen Zulassungszahlen sind deshalb mehr als eine Nachricht aus der Autoindustrie. Sie zeigen, dass Verkehrswende und Energiewende zusammengehören. Mehr E-Autos brauchen mehr sauberen Strom – und dieser Strom kann vielerorts direkt auf den Dächern entstehen.

Bürgersonnenkraftwerke leisten dazu einen konkreten Beitrag. Sie bringen Photovoltaik auf kommunale, gewerbliche und private Gebäude, ermöglichen Bürgerbeteiligung und stärken die regionale Energiewende. Die Mobilität der Zukunft fährt elektrisch – und sie sollte mit Sonne vom Dach geladen werden.

Quellen: Kraftfahrt-Bundesamt / ADAC, electrive, ecomento, ACEA, Internationale Energieagentur, China Passenger Car Association / China Daily.

Christian Quast 2 Min. Lesezeit Neu: Der SI-Abschreiberechner für Sie

Neu: Der SI-Abschreiberechner für Sie

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Wir stellen Ihnen den SI-Abschreiberechner kostenlos zur Verfügung.

Wenn Sie ihn nutzen möchte, sendet Sie uns einfach eine kurze E-Mail an info@sonneninitiative.de mit dem Betreff „SI-Abschreiberechner“. Wir senden Ihnen den SI-Abschreiberechner innerhalb von 1-2 Werktagen zu.

Christian Quast 2 Min. Lesezeit Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Politik & Recht Technik & Wissen

Bundesweite Solarpflicht kommt ab 2027

Bundesweite Solarpflicht kommt ab 2027! Viele Gebäudeeigentümer fragen sich jetzt, ob ihre Dächer betroffen sind – und was technisch und wirtschaftlich überhaupt möglich ist. Genau dafür entwickelt die Sonneninitiative seit über 20 Jahren Solar- und Nutzungskonzepte für Gebäude.

Mit dem geplanten § 106 des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) wird Solarenergie erstmals bundesweit zum Standard für viele Gebäude. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Gebäude künftig so geplant werden sollen, dass „das Potenzial zur Erzeugung von Solarenergie optimiert wird“.

Konkret bedeutet das nach aktuellem Entwurfsstand:
Ab dem 1. Januar 2027 sollen neue Nichtwohngebäude mit mehr als 250 m² Nutzfläche verpflichtend mit Photovoltaik oder Solarthermie ausgestattet werden. Betroffen wären also insbesondere Gewerbe- und Industriegebäude sowie öffentliche Bauten.

Ab 2028 sollen zusätzlich bestehende Gewerbegebäude ab 500 m² Nutzfläche sowie öffentliche Gebäude ab 2.000 m² bei grundlegenden Dachsanierungen einbezogen werden. Die Schwelle für öffentliche Gebäude soll 2029 weiter auf 750 m² sinken.

Nicht betroffen wären voraussichtlich weiterhin:

  • technisch ungeeignete Dächer,

  • stark verschattete Flächen,

  • oder wirtschaftlich unzumutbare Sonderfälle.

Künftig könnte bei vielen Neubauten und Dachsanierungen automatisch die Frage gestellt werden: Warum bleibt das Dach eigentlich ungenutzt? Und wer dann keinen Ausnahmetatbestand nachweisen kann, kriegt Ärger.

Gebäudeeigentümer bietet die Sonneninitiative an: Wir prüfen mit einer Machbarkeitsstudie, was bei Ihnen geht und was nicht geht. Und begründen dies ausführlich in Form einer wissenschaftlichen Expertise. Dies kann dann als Nachweis gem. § 106 GModG dienen. Sollte als Ergebnis herauskommen, dass eine Anlage Sinn macht, setzen wir diese gerne für Sie um – auch ohne Kosten für den Gebäudeeigentümer.

Für den Verein ist diese Entwicklung wenig überraschend, denn dieses Marktsegment bearbeitet er bereits seit 2003: Große PV-Anlagen auf öffentlichen und gewerblichen Gebäuden.

Was damals oft noch als „alternative Energieversorgung“ galt, entwickelt sich nun Schritt für Schritt zum neuen baulichen Standard. Unterstützt wird diese Entwicklung zusätzlich durch die europäische Gebäuderichtlinie EPBD, die den Ausbau von Solarenergie auf Gebäuden europaweit deutlich beschleunigen soll.

 

Und natürlich gilt:
Nicht betroffen wären auch die vielen hundert Dächer, auf denen längst Bürgersonnenkraftwerke liegen!😉

Christian Quast 2 Min. Lesezeit Wasserkraft mit Zukunft: Hainmühle an der Ohm feierlich eingeweiht

Wasserkraft mit Zukunft: Hainmühle an der Ohm feierlich eingeweiht

An der Hainmühle bei Betziesdorf wurde ein modernes Wasserkraftwerk offiziell eingeweiht. Mit regionalem Engagement, moderner Kaplan-Technik und aufwendigem Gewässerschutz entsteht an der Ohm künftig sauberer Strom für rund 115 Haushalte – ein gelungenes Beispiel dafür, wie Energiewende vor Ort funktionieren kann.

Historischer Standort neu belebt

An der Hainmühle bei Betziesdorf wurde jetzt ein modernes Wasserkraftwerk offiziell eingeweiht. Entwickelt wurde das Projekt von Dr. Ronald Steinhoff – einem langjährigen Freund der Sonneninitiative, Partner im Landesverband Erneuerbare Energien Hessen (LEEH) und engagierten Verfechter regionaler Energielösungen.

Die Hainmühle an der Ohm blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Bereits seit dem Mittelalter wurde die Wasserkraft an diesem Standort genutzt. Nun wurde die historische Nutzung mit moderner Technik und hohen ökologischen Standards in die Zukunft geführt.

Regionale Energie aus der Ohm

Herzstück der neuen Anlage ist eine moderne vertikale Kaplan-Turbine. Sie nutzt die Strömungsenergie der Ohm besonders effizient und soll künftig rund 500.000 Kilowattstunden regenerativen Strom pro Jahr erzeugen – genug für etwa 115 Haushalte. Die elektrische Leistung der Anlage liegt bei rund 75 Kilowatt.

Gerade solche Projekte zeigen, wie Energiewende vor Ort gelingen kann: regional, dezentral und mit Menschen aus der Region. Statt anonymer Großstrukturen entsteht hier eine Energieversorgung, die sichtbar mit der Landschaft, der Geschichte und den Menschen verbunden bleibt.

Moderne Technik und Gewässerschutz

Besonderes Augenmerk wurde auf den Gewässerschutz gelegt. Parallel zum neuen Kraftwerk entstand eine moderne Fischaufstiegsanlage in Form eines Schlitzpasses. Ergänzt wird diese durch einen Fischabstieg mit Horizontalrechen und Leitströmung, damit Fische sicher am Kraftwerk vorbeigeführt werden können.

Damit erfüllt die Anlage die heutigen Anforderungen an die ökologische Durchgängigkeit der Gewässer und zeigt, dass sich regenerative Energieerzeugung und Naturschutz nicht ausschließen müssen.

Bürgerschaftliches Engagement als Schlüssel

Für die Sonneninitiative war die Einweihung auch deshalb ein besonderes Event, weil das Projekt beispielhaft für die Energiewende steht, die nicht von Konzernen oder staatlichen Programmen getragen wird. Es sind engagierte Menschen vor Ort, die Verantwortung übernehmen, Ideen entwickeln und langfristig investieren.

Die Hainmühle zeigt eindrucksvoll, dass regionale Initiativen auch bei anspruchsvollen Projekten Verantwortung übernehmen können – technisch, wirtschaftlich und ökologisch. Gerade in Zeiten großer energiepolitischer Herausforderungen sind solche Projekte wichtige Zeichen dafür, dass die Energiewende nicht irgendwo stattfindet, sondern direkt vor unserer Haustür.

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