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Die wichtigsten Neuigkeiten der letzten Wochen rund um Bürgerenergie, Photovoltaik und aktuelle Gesetzgebung – kompakt und auf den Punkt.

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Jan Simon 3 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Technik & Wissen

Photovoltaik überholt Atomkraft – der weltweite Strommix verändert sich

Was vor wenigen Jahren noch in weiter Ferne schien, wird Realität: Solarstrom erreicht weltweit die Größenordnung der Atomkraft. In einzelnen Monaten haben Solaranlagen bereits mehr Strom erzeugt als alle Atomkraftwerke der Welt zusammen. Und für das Gesamtjahr 2026 zeichnet sich ab, dass die Photovoltaik auch aufs Jahr gerechnet vorbeizieht.

Ein bemerkenswerter Vergleich

Noch 2015 erzeugten Solaranlagen weltweit gerade einmal 256 Terawattstunden Strom – Atomkraftwerke lieferten damals rund zehnmal so viel. Nur zehn Jahre später sieht das Bild völlig anders aus.

Nach dem „Global Electricity Review 2026“ des Thinktanks Ember stieg die weltweite Solarstromerzeugung 2025 um 30 Prozent auf 2.778 Terawattstunden. Die Atomkraft kam auf rund 2.812 Terawattstunden. Aufs ganze Jahr gerechnet fehlte der Photovoltaik damit nur noch gut ein Prozent. Zugleich zog Solarstrom 2025 erstmals an der Windenergie vorbei.

Noch deutlicher wird die Entwicklung im Monatsvergleich: Im April 2025 erzeugten Solaranlagen weltweit erstmals mehr Strom als Atomkraftwerke – und blieben bis in den September hinein darüber. Damit ist eine Marke erreicht, die vor wenigen Jahren kaum jemand so früh erwartet hätte.

2026 dürfte Solar auch aufs Jahr gerechnet vorbeiziehen

Entscheidend ist allerdings nicht ein einzelner sonniger Monat, sondern die Entwicklung über das gesamte Jahr – und auch hier zeichnet sich der nächste Schritt bereits ab.

Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet für 2026 mit einem weiteren Zuwachs der weltweiten Solarstromerzeugung um rund 600 Terawattstunden. In ihrem aktuellen Bericht geht sie davon aus, dass die Photovoltaik 2026 sowohl die Windkraft als auch die Atomkraft bei der weltweiten Stromerzeugung überholt. Zur selben Einschätzung kommt Ember.

Bemerkenswert ist vor allem das Tempo: Allein der zusätzliche Solarstrom deckte 2025 nach Berechnungen der IEA rund 70 Prozent des weltweit gestiegenen Stromverbrauchs. Ember kommt auf einen ähnlichen Wert: Drei Viertel des zusätzlichen Strombedarfs wurden durch das Wachstum der Solarenergie gedeckt.

Solarenergie wird zur tragenden Säule

Der Vergleich mit der Atomkraft zeigt vor allem eines: wie grundlegend sich die weltweite Stromversorgung gerade verändert. Dabei geht es weniger um einen Wettbewerb zweier CO₂-armer Technologien als um das enorme Tempo, in dem sich Photovoltaik ausbauen lässt.

Solaranlagen entstehen auf Wohnhäusern, Gewerbehallen und kommunalen Gebäuden ebenso wie auf Freiflächen und Parkplätzen. Diese Vielfalt macht einen Ausbau möglich, der den globalen Strommix inzwischen spürbar verändert.

Ende 2025 waren weltweit rund 2.800 Gigawatt Photovoltaikleistung installiert. Damit war Solar nach Angaben der IEA die Stromerzeugungstechnologie mit der weltweit größten installierten Leistung.

Für die Energiewende ist das eine gute Nachricht – und zugleich eine neue Aufgabe. Je mehr Solarstrom erzeugt wird, desto schneller müssen Netze, Speicher, flexible Verbraucher und intelligente Steuerung mitwachsen. Denn künftig geht es nicht mehr allein darum, möglichst viele Photovoltaikanlagen zu bauen, sondern zunehmend darum, die großen Mengen günstigen Solarstroms zur richtigen Zeit sinnvoll zu nutzen.

Genau darin liegt die nächste Phase der Energiewende: Die Photovoltaik entwickelt sich von einer ergänzenden Technologie zu einer tragenden Säule der weltweiten Stromversorgung.


Quellen: International Energy Agency (IEA): Electricity 2026 und Global Energy Review 2026 Ember: Global Electricity Review 2026 World Nuclear Industry Status Report 2025

Jan Simon 3 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Politik & Recht

Über eine Milliarde Dollar fürs Nicht-Bauen: Was der RWE-Deal in den USA über die Energiewende lehrt

Es klingt absurd, ist aber offizielle Regierungspolitik: Die USA zahlen dem Essener Energiekonzern RWE rund 1,22 Milliarden Dollar – umgerechnet etwa eine Milliarde Euro – dafür, dass er seine geplanten Offshore-Windparks vor den amerikanischen Küsten nicht baut. Anfang August wurde die Vereinbarung bekannt. Für die Energiewende in den USA ist das ein herber Rückschlag. Und für uns in Deutschland eine Erinnerung daran, wie wertvoll eine Energiewende ist, die auf vielen Schultern ruht.

Was ist passiert?

RWE hatte sich Pachtflächen für Windparks vor den Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana gesichert und nach eigenen Angaben bereits mehr als eine Milliarde Dollar in Pacht und Projektentwicklung investiert. Auf den Flächen hätten Windräder mit einer Leistung von rund sieben Gigawatt entstehen können – genug Strom für mehr als fünf Millionen Haushalte.

Daraus wird nun nichts. Die US-Regierung unter Präsident Trump, der die Windkraft seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 per Dekret bekämpft, kauft dem Konzern die Pachtrechte ab. Es ist nicht der erste Deal dieser Art: Mit ähnlichen Vereinbarungen unter anderem mit TotalEnergies und Invenergy hat die Regierung inzwischen fast vier Milliarden Dollar an Steuergeld dafür aufgewendet, dass Windparks nicht gebaut werden. Innenminister Doug Burgum begründet den Kurs damit, Windkraft sei zu abhängig von Subventionen – während gleichzeitig Milliarden an Entschädigungen fließen.

Die Folgen sind messbar: Das Analysehaus BloombergNEF erwartet für die USA bis 2035 nur noch rund sechs Gigawatt Offshore-Windleistung. Noch 2024 lag die Prognose bei 39 Gigawatt. RWE selbst investiert das Geld nun in Gasinfrastruktur in den USA.

Warum uns das etwas angeht

Man kann diese Nachricht als amerikanische Kuriosität abtun. Sie zeigt aber etwas Grundsätzliches: Große, zentrale Energieprojekte hängen am Wohlwollen der jeweiligen Regierung. Ein einzelner politischer Kurswechsel kann Milliardeninvestitionen stoppen – und mit ihnen den Klimaschutz, die Versorgungssicherheit und die Strompreise von Millionen Menschen.

Eine Energiewende, die vielen gehört, ist dagegen deutlich robuster. Tausende Photovoltaikanlagen auf Dächern von Schulen, Gewerbehallen und Wohnhäusern lassen sich nicht mit einem Federstrich abschaffen. Sie erzeugen Strom dort, wo er gebraucht wird, die Wertschöpfung bleibt in der Region, und die Anlagen gehören den Bürgerinnen und Bürgern selbst – nicht einem Konzern, der seine Investitionen je nach politischer Großwetterlage umschichtet. Genau das ist die Idee der Bürgersonnenkraftwerke: viele Menschen, viele Dächer, viele kleine Kraftwerke, die zusammen Großes bewirken.

Die Energiewende selbst in die Hand nehmen

Die gute Nachricht lautet deshalb: Niemand muss darauf warten, dass Regierungen oder Konzerne die Energiewende voranbringen. Die Sonneninitiative e.V. entwickelt seit vielen Jahren Bürgersonnenkraftwerke, an denen sich Bürgerinnen und Bürger direkt beteiligen können. Jede einzelne Anlage macht die Stromversorgung ein Stück dezentraler, demokratischer – und unabhängiger von politischen Wendungen, wie sie derzeit in den USA zu besichtigen sind.

Wer sich an einem Bürgersonnenkraftwerk beteiligen oder ein Dach zur Verfügung stellen möchte, findet alle Informationen auf unserer Webseite oder nimmt direkt Kontakt mit uns auf: [bitte ergänzen: Kontaktdaten/Link].


Quellen: Der Spiegel: „USA zahlen über eine Milliarde Dollar, damit RWE keine Windparks baut" (August 2026) Berichte von Handelsblatt, KPBS/AP und Cleanthinking zur Vereinbarung zwischen dem US-Innenministerium und RWE (August 2026)

Jan Simon 2 Min. Lesezeit Veranstaltung Vereinsarbeit

LEE Hessen: Auftakt in Frankfurt

Wie geht es mit der Energiewende in Hessen weiter? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung des Landesverbands Erneuerbare Energien Hessen (LEE Hessen) am 27. August in Frankfurt. Auch die Sonneninitiative war mit einem Fachbeitrag und einem ganz praktischen Beispiel vertreten: einem Bürgersonnenkraftwerk mitten in der Frankfurter Innenstadt.

Bei der Deutschen Kreditbank in Frankfurt kamen Vertreterinnen und Vertreter aus der Erneuerbaren-Branche zusammen, um über die kommenden energiepolitischen und praktischen Herausforderungen zu diskutieren. Auf dem Programm standen die geplante EEG-Novelle und die Perspektiven ab 2027 ebenso wie Photovoltaik, Windenergie und Wasserkraft.

Die Zukunft großer Photovoltaik-Aufdachanlagen

Für die Sonneninitiative sprach Geschäftsführer Volker Klös über die Zukunft von PV-Aufdachanlagen. Gerade große Dächer auf öffentlichen, gewerblichen und Mehrfamiliengebäuden bieten weiterhin erhebliche Möglichkeiten für den Ausbau der Solarenergie.

Für uns ist dabei entscheidend, dass geeignete Dachflächen nicht nur technisch betrachtet werden. Netzanschluss, Stromnutzung, Wirtschaftlichkeit und Beteiligungsmodelle müssen von Anfang an zusammengedacht werden. Bürgersonnenkraftwerke zeigen, wie solche Flächen für die regionale Energiewende genutzt und gleichzeitig Bürgerinnen und Bürger unmittelbar beteiligt werden können.

Neben der Photovoltaik standen beim LEE-Auftakt auch der „Realitätscheck“ zur Windenergie in Hessen sowie die Situation der hessischen Wasserkraft nach der EEG-Reform auf dem Programm. Anschließend gab es Zeit für Diskussion, Austausch und Vernetzung.

Vom Fachvortrag direkt aufs Solardach

Zum Abschluss wurde es praktisch: Gemeinsam ging es zur Bleichstraße 10, wo die Teilnehmenden eine Solaranlage der Sonneninitiative auf dem Hochhausdach der Stiftung Waisenhaus besichtigten – inklusive Blick über die Frankfurter Skyline.

Damit schloss sich der Kreis zwischen energiepolitischer Diskussion und konkreter Umsetzung. Denn die Energiewende entscheidet sich nicht allein in Gesetzestexten und Fachveranstaltungen, sondern vor allem dort, wo neue Anlagen tatsächlich entstehen.

Für die Sonneninitiative bleibt deshalb klar: Die Potenziale auf den Dächern sind vorhanden. Jetzt kommt es darauf an, sie konsequent zu nutzen – gemeinsam mit Kommunen, Unternehmen, Gebäudeeigentümern und engagierten Bürgerinnen und Bürgern.

Ein herzlicher Dank gilt der Deutschen Kreditbank (DKB), die die Räumlichkeiten für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt und den LEE Hessen als Gastgeber unterstützt hat. Ebenso danken wir dem Landesverband Erneuerbare Energien Hessen für die Organisation und die gelungene Zusammenführung der verschiedenen Akteure der Energiewende.

Christian Quast 2 Min. Lesezeit Steuererklärung 2025: Einkommensspitzen steuerlich nutzen

Steuererklärung 2025: Einkommensspitzen steuerlich nutzen

Abfindung, Bonus oder andere Einkommensspitze in 2025? Dann kann eine geplante Photovoltaik-Investition steuerlich besonders interessant sein. Wer seine Steuererklärung noch nicht abgegeben hat, sollte jetzt prüfen, welche Gestaltungsmöglichkeiten noch bestehen. Außerdem: Jahresumsatzlisten 2025 im Sonnenportal und erste Projekte für die Steuerplanung 2026.

Die ersten Erinnerungsschreiben der Finanzämter zur Abgabe der Steuererklärung 2025 sind inzwischen verschickt worden. Die reguläre Abgabefrist für nicht steuerlich beratene Steuerpflichtige endete am 31. Juli 2026. Wer eine Erinnerung erhalten hat, sollte jetzt die dort angegebene Frist beachten.

Für Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sonneninitiative ist die Zusammenstellung der Einnahmen aus ihrer Solaranlage dabei erfreulich einfach: Die Jahresumsatzliste für 2025 steht im Sonnenportal zum Download bereit. Sie enthält die über die Sonneninitiative abgewickelten Einnahmen und kann direkt für die Steuererklärung genutzt bzw. an die Steuerberatung weitergegeben werden.

Hohe Einkünfte oder Abfindung? Investitionen können besonders interessant sein

Besonders interessant kann die steuerliche Gestaltung in Jahren mit ungewöhnlich hohen Einkünften sein – beispielsweise durch eine Abfindung, einen Bonus, eine Sonderzahlung oder andere einmalige Einkommensspitzen.

Wer seine Steuererklärung für 2025 noch nicht abgegeben hat und ohnehin über eine weitere Investition in eine Photovoltaikanlage nachdenkt, sollte deshalb prüfen lassen, ob sich die geplante Investition bereits steuerlich für 2025 nutzen lässt.

Über einen Investitionsabzugsbetrag (IAB) können bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen bis zu 50 Prozent der voraussichtlichen Investitionskosten bereits vor der eigentlichen Investition gewinnmindernd berücksichtigt werden. Gerade in einem Jahr mit einer hohen steuerlichen Belastung kann dieser zeitliche Vorzieheffekt besonders interessant sein.

Die Investition selbst kann anschließend grundsätzlich innerhalb der folgenden drei Wirtschaftsjahre erfolgen.

Wer 2025 eine Abfindung oder andere außergewöhnlich hohe Einkünfte erhalten hat, sollte daher vor Abgabe der Steuererklärung mit seinem Steuerberater besprechen, ob eine geplante Photovoltaik-Investition steuerlich sinnvoll eingesetzt werden kann.

Photovoltaik-Projekte für die Steuerplanung 2026 jetzt anfragen

Auch für das laufende Jahr 2026 lohnt sich ein frühzeitiger Blick auf die Steuerplanung. Wer 2026 mit einer höheren Steuerbelastung rechnet und eine Investition in Photovoltaik in Betracht zieht, kann bereits jetzt entsprechende Projekte bei uns anfragen.

Wir werden hierfür geeignete Photovoltaikprojekte anbieten. Das verfügbare Investitionsvolumen ist allerdings begrenzt. Wer eine Investition noch für seine Steuerplanung 2026 berücksichtigen möchte, sollte sich deshalb frühzeitig bei uns melden.

Jan Simon 2 Min. Lesezeit Bürgersonnenkraftwerk Veranstaltung Vereinsarbeit

Einweihung des Bürgersonnenkraftwerks Frankfurt Adorno-Gymnasium

Am Adorno-Gymnasium in Frankfurt wurde das neue Bürgersonnenkraftwerk feierlich eingeweiht. Rund 100 Schülerinnen und Schüler waren dabei, zwei von ihnen hielten eigene Vorträge zur Photovoltaik – und alle konnten die Anlage in kleinen Gruppen direkt auf dem Dach besichtigen.

Am 18.08. 2026 wurde das Bürgersonnenkraftwerk auf dem Dach des Adorno-Gymnasiums in Frankfurt offiziell eingeweiht. Rund 100 Schülerinnen und Schüler nahmen an der Feier teil, gemeinsam mit Lehrkräften, der Schulleitung und Mitarbeitenden der Sonneninitiative. Die Anlage hat eine Leistung von 239 kWp. Der erzeugte Solarstrom wird zum großen Teil direkt in der Schule genutzt, Überschüsse werden ins Netz eingespeist.

Schulleiterin Annette Lommel-Sturm begrüßte die Anwesenden und hob hervor, welchen Stellenwert Klimaschutz im Schulalltag inzwischen hat und wie wichtig es sei, jungen Menschen konkrete Handlungsmöglichkeiten zu zeigen. Erneuerbare Energien seien dafür ein zentraler Baustein.

Anschließend stellte Volker Klös, Geschäftsführer der Sonneninitiative, das Bürgersonnenkraftwerk vor. Er erläuterte, wie sich Bürgerinnen und Bürger an solchen Anlagen beteiligen können und warum gerade Schuldächer für die regionale Energiewende gut geeignet sind: Die Flächen stehen ohnehin zur Verfügung, der Strom wird dort verbraucht, wo er entsteht, und das Projekt bleibt für alle Beteiligten sichtbar.

Einen besonderen Beitrag leisteten die Schülerinnen und Schüler selbst: In zwei Vorträgen näherten sie sich dem Thema Photovoltaik aus ganz unterschiedlichen Richtungen. Der erste Vortrag erklärte die chemisch-physikalischen Grundlagen – wie Sonnenlicht in einer Solarzelle überhaupt zu elektrischem Strom wird. Der zweite Vortrag weitete den Blick und beleuchtete die nationale und globale Bedeutung der Photovoltaik für die Energieversorgung und den Klimaschutz. Beide Beiträge zeigten, wie intensiv sich die Schulgemeinschaft mit dem Projekt auseinandergesetzt hat.

Der Höhepunkt der Veranstaltung fand auf dem Dach statt. In kleinen Gruppen hatten alle Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, die Photovoltaikanlage aus der Nähe zu betrachten. Volker Klös beantwortete dort ihre Fragen – von der Funktionsweise der Module über den Ertrag der Anlage bis hin zur Frage, was der Strom für die Schule konkret bedeutet. Das Interesse war groß und die Diskussionen lebhaft.

Ein ausdrücklicher Dank gilt Physiklehrer Felix Rolf, der die Einweihung mit großem Engagement vorbereitet und begleitet hat.

Das Bürgersonnenkraftwerk am Adorno-Gymnasium zeigt, wie Klimaschutz, Bildung und Bürgerbeteiligung zusammenwirken können – getragen von Menschen aus der Region, die die Energiewende nicht nur begleiten, sondern selbst mitgestalten.

Sie möchten sich an einem Bürgersonnenkraftwerk beteiligen? Auf sonneninitiative.org/teilnehmen finden Sie alle Informationen zur Teilnahme, oder Sie erreichen uns telefonisch unter 06421 8096202 (Mo. bis Fr., 9:00–16:00 Uhr).

Verknüpftes Projekt

Frankfurt

Adorno-Gymnasium

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Jan Simon 3 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Technik & Wissen

128 Gigawatt – aber am Netz vorbei geplant

Deutschland hat sein Solarziel für 2026 vorzeitig erreicht – getragen fast nur von Freiflächenanlagen. Auf den Dächern geht der Zubau dagegen zurück. Warum das ein Problem für die Netze ist und was Bürgerenergie dagegen tun kann.

Deutschland hat sein gesetzliches Solarziel für 2026 vorzeitig erreicht. Im August überschritt die installierte Photovoltaik-Leistung die Marke von 128.000 Megawatt, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) mitteilte. Eine gute Nachricht – mit einem Haken: Der Ausbau wird immer stärker von großen Freiflächenanlagen getragen, während auf den Dächern immer weniger passiert. Ausgerechnet dort, wo Solarstrom die Netze am wenigsten belastet. Energie und Management

Die Zahl hinter der Zahl

Im ersten Halbjahr 2026 entfielen rund 54 Prozent der neu zugebauten Leistung auf Freiflächenanlagen – erstmals liegen sie dauerhaft vor sämtlichen Dachanlagen zusammen. Bei den Gebäuden geht es in die andere Richtung: Im ersten Quartal 2026 sank der Zubau bei privaten Dachanlagen um gut ein Fünftel, bei Gewerbe-Dachanlagen sogar um knapp ein Drittel. Logic EnergyZFK

Die Zielmarke wurde also nicht erreicht, weil wir unsere Dächer gut nutzen – sondern obwohl wir es nicht tun. Dabei ließen sich nach einer Studie im Auftrag von Agora Energiewende rund 409 Gigawatt zubauen, wenn alle technisch geeigneten Dächer ab 50 Quadratmetern belegt würden. Energate-messenger

Das ist kein Argument gegen Freiflächen. Sie werden gebraucht. Es ist ein Argument dafür, Dächer zusätzlich zu erschließen.

Der Strom, der gar nicht erst ins Netz muss

Dachanlagen erzeugen Strom dort, wo er gebraucht wird – und das wird immer wichtiger. 2025 mussten Netzbetreiber an jedem einzelnen Tag ins Netz eingreifen, im Schnitt vier Stunden lang. Die abgeregelte Solarstrommenge hat sich dabei auf 2.704 Gigawattstunden nahezu verdoppelt, und der Anteil der Engpässe im Verteilnetz ist auf 35 Prozent gestiegen. ZFKStrom KnowHow GmbH

Eine Produktionshalle, ein Kühlhaus oder ein Schulzentrum zieht Strom vor allem tagsüber – also dann, wenn die Sonne scheint. Je nach Lastprofil gelten im Gewerbe Eigenverbrauchsquoten von 60 bis 80 Prozent auch ohne Speicher als realistisch. Dieser Strom taucht im Netz nie auf. Er legt nur wenige Meter zurück und senkt zugleich Einspeisespitze und Netzbezug des Gebäudes. Eine Freiflächenanlage kann das prinzipbedingt nicht: Ihre gesamte Leistung muss über den Netzanschluss abfließen, oft in Regionen mit wenig Verbrauch. PEAK.Energy

Warum es jetzt darauf ankommt

„Der 128-Gigawatt-Meilenstein ist ein Erfolg. Doch wer daraus schließt, der Solarausbau laufe jetzt von allein, irrt", sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Bis 2030 müssten noch rund 87 Gigawatt hinzukommen – dafür müsse das Ausbautempo steigen statt sinken. Zugleich warnt der Verband vor geplanten Änderungen wie der Direktvermarktungspflicht für kleine Anlagen, die gerade Dachprojekte ausbremsen könnten. Deutsche Handwerks-ZeitungPhotovoltaik

Was Bürgerenergie leisten kann

Dächer erschließen sich nicht von selbst. Jedes Projekt braucht jemanden, der mit den Eigentümerinnen und Eigentümern spricht, Statik und Netzanschluss klärt und die Finanzierung organisiert.

Genau das ist die Arbeit der Sonneninitiative e. V. In unseren Bürgersonnenkraftwerken stellen Dachgeberinnen und Dachgeber ihre Fläche bereit, Bürgerinnen und Bürger finanzieren die Anlage gemeinsam, der Strom wird möglichst vor Ort genutzt. So entsteht Leistung, die sonst nicht entstünde – und die Wertschöpfung bleibt in der Region.

128 Gigawatt sind ein Etappenerfolg. Solange Deutschlands Dächer leer bleiben, ist das Ziel nicht erreicht – und das Potenzial vertan.

Sie haben ein geeignetes Dach? Wir prüfen kostenfrei, ob ein Bürgersonnenkraftwerk möglich ist.

Jan Simon 3 Min. Lesezeit Energiewende & Klima

Rekordhitze 2026: Warum die Energiewende jetzt vor Ort entschieden wird

Der DWD hat in diesem Juni so lange vor Hitze gewarnt wie nie zuvor, Copernicus meldet für Westeuropa den wärmsten Juni-Juli-Zeitraum seit Messbeginn. Ein Überblick über die Daten – und über den Beitrag, den Bürgersonnenkraftwerke leisten.

Der Sommer 2026 hat in Deutschland und Westeuropa neue Rekorde gebracht. Zwischen dem 18. und 28. Juni lag Deutschland unter einer außergewöhnlich langen Hitzeperiode, am 27. Juni wurden im sachsen-anhaltischen Möckern-Drewitz 41,8 Grad gemessen – der höchste je in Deutschland registrierte Wert. Für uns als Verein ist das kein abstraktes Wetterereignis, sondern eine Bestätigung dafür, wie dringend der Umbau der Energieversorgung ist.

Was die Daten zeigen

Der Deutsche Wetterdienst hat noch nie so lange am Stück vor Hitze gewarnt wie in diesem Juni. An 46 Stationen in elf Bundesländern wurden 40 Grad erreicht oder überschritten. Selbst auf Helgoland gab es erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen einen Tag über 30 Grad. Das Robert-Koch-Institut ordnete der Hitze zwischen dem 25. Juni und dem 5. Juli 6.020 Todesfälle zu.

Der europäische Klimadienst Copernicus meldet für Juni und Juli in Westeuropa ein Durchschnittsmittel von 21,62 Grad – 2,79 Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020 und rund ein Grad über dem bisherigen Rekordjahr 2022. Seit Mai zählte die Region vier Hitzewellen. Dazu kamen Trockenheit, niedrige Flusspegel und schwere Waldbrände, unter anderem in Frankreich und Spanien.

Eine Attributionsstudie der Initiative World Weather Attribution kommt zu dem Schluss, dass eine Hitzewelle dieser Stärke zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr vor 50 Jahren nicht aufgetreten wäre. Der Deutsche Wetterdienst hat im Juli eine eigene Analyse für Deutschland vorgelegt.

Die andere Seite des Sommers

Derselbe Sommer hat auch einen Rekord auf der Erzeugungsseite gebracht: Im Juli 2026 wurden erstmals rund zwölf Milliarden Kilowattstunden Solarstrom innerhalb eines Monats in das öffentliche Netz eingespeist. In den Monaten Mai bis Juli lieferte die Photovoltaik jeweils rund ein Drittel des öffentlich erzeugten Stroms. Im ersten Halbjahr deckten erneuerbare Energien nach Angaben von BDEW und ZSW etwa 58 Prozent des deutschen Stromverbrauchs.

Solarstrom allein löst die Hitzeproblematik nicht. Aber er zeigt, dass der Umbau funktioniert – und dass er von vielen kleinen und mittleren Anlagen getragen wird, nicht von wenigen großen Kraftwerken.

Was das für uns vor Ort bedeutet

Die Sonneninitiative e. V. entwickelt seit vielen Jahren Bürgersonnenkraftwerke. Das Prinzip ist einfach: Ein Dach wird zur Verfügung gestellt, Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich an der Anlage, der erzeugte Strom wird vor Ort genutzt oder eingespeist. So entsteht Erzeugungsleistung dort, wo der Strom gebraucht wird – und die Wertschöpfung bleibt in der Region.

Für Kommunen bedeutet das zusätzliche erneuerbare Leistung ohne eigenes Investitionsrisiko. Für Unternehmen und Dachgeber eine sinnvolle Nutzung ungenutzter Dachflächen. Und für Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich konkret zu beteiligen, statt die Entwicklung nur zu beobachten.

Mitmachen

Wenn Sie ein geeignetes Dach anbieten möchten oder sich an einem Bürgersonnenkraftwerk beteiligen wollen, melden Sie sich gern bei uns.

Jan Simon 2 Min. Lesezeit Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Politik & Recht Bürgersonnenkraftwerk

Dachfläche frei? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zum Handeln!

Ab 2027 sollen für neue Solaranlagen deutlich schlechtere Bedingungen gelten. Wer bis Ende 2026 ans Netz geht, sichert sich die heutigen Konditionen für 20 Jahre. Wir suchen Dächer.

Das Bundeskabinett hat Ende Juli 2026 die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes beschlossen. Sie ist noch nicht endgültig – Bundestag und Bundesrat beraten im Herbst –, aber die Richtung ist klar: Die feste Einspeisevergütung soll für neue Anlagen entfallen, die Direktvermarktung wird zum Regelfall, und die Vergütungssätze für Dachanlagen sinken deutlich. Der Bundesverband Solarwirtschaft warnt vor einem massiven Einbruch beim Ausbau auf Gebäuden.

Für uns heißt das ganz konkret: Solaranlagen, die noch 2026 in Betrieb gehen, behalten die heute zugesagte Vergütung über die volle Laufzeit von 20 Jahren. Das ist eine verlässliche Grundlage – und sie gilt nur noch dieses Jahr.

Deshalb suchen wir jetzt Dächer

Die Sonneninitiative e.V. entwickelt seit Jahren Bürgersonnenkraftwerke. Das Prinzip ist einfach: Sie stellen Ihre Dachfläche zur Verfügung, wir übernehmen Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb. Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich an der Anlage, der Strom wird vor Ort erzeugt und genutzt. Für Sie entstehen keine Investitionskosten.

Geeignet sind vor allem größere Dächer auf Gewerbebetrieben, kommunalen Liegenschaften, Schulen, Vereinsheimen, landwirtschaftlichen Gebäuden und Mehrfamilienhäusern.

Zwischen erster Anfrage, Prüfung, Genehmigung, Montage und Netzanschluss vergehen in der Regel mehrere Monate. Wer die aktuellen Bedingungen noch nutzen möchte, sollte deshalb jetzt auf uns zukommen – nicht erst im Herbst.

Dach anbieten oder unverbindlich prüfen lassen: 06421- 809 62 02 oder info@sonneninitiative.de

Zum Weiterlesen

Stand: 27.08.2026 - Das Gesetzgebungsverfahren läuft, Änderungen sind möglich.

Christian Quast 3 Min. Lesezeit Energiewende im XXL-Format: Grüne besuchen Solarpark Büttelborn

Energiewende im XXL-Format: Grüne besuchen Solarpark Büttelborn

Wo sich vor wenigen Monaten noch Spargelfelder erstreckten, ziehen sich heute lange Modulreihen durch die Landschaft. Insgesamt entsteht hier ein Solarpark mit einer Leistung von rund 80 MWp – das zurzeit größte Photovoltaikprojekt in Hessen. DIE GRÜNEN Kreistagsfraktion wollte sich das genauer anschauen.

Wie sieht die Energiewende aus, wenn sie nicht in Kilowatt, sondern in Megawatt gedacht wird? Davon machte sich die Kreistagsfraktion DIE GRÜNEN Groß-Gerau jetzt beim Besuch des Solarparks Büttelborn-Worfelden am 7. August 2026 ein Bild. Mit dabei war unter anderem Ann Katrin Korb, Geschäftsführerin der Kreistagsfraktion.

Und der Blick aus der Luft macht die Dimensionen besonders deutlich: Wo sich vor wenigen Monaten noch weitgehend freie Flächen erstreckten, ziehen sich heute lange Modulreihen durch die Landschaft. Insgesamt entsteht hier ein Solarpark mit einer Leistung von rund 80 MWp – das zurzeit größten Photovoltaikprojekte Hessens.

Beim Rundgang ging es deshalb nicht nur um Klimaschutz und den Ausbau erneuerbarer Energien, sondern ganz konkret darum, wie ein Energieprojekt dieser Größenordnung gebaut, ins Stromnetz integriert und zugleich möglichst umweltverträglich umgesetzt werden kann.

50.000 Module stehen bereits

Erst im Februar wurde mit dem Rammen der Unterkonstruktionen begonnen. Inzwischen ist rund die Hälfte der Bauarbeiten geschafft: Etwa 50.000 der insgesamt rund 120.000 Solarmodule sind bereits montiert.

Eine Besonderheit steckt dabei zum Teil unsichtbar im Boden. Für die Unterkonstruktion werden zinkfreie Rammprofile aus Kunststoff eingesetzt. Auf die üblichen verzinkten Stahlprofile wurde aus Gründen des vorsorgenden Grundwasserschutzes verzichtet. Denn reichen verzinkte Stahlprofile in grundwasserführende Bodenschichten, können sich durch Korrosion Zink-Ionen lösen. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung zeigt sich: Umweltverträglichkeit entscheidet sich auch an Details, die man später überhaupt nicht mehr sieht.

Auch unter der Erde entstehen beeindruckende Dimensionen. 60 Kilometer Kabel sind bereits verlegt, weitere 54 Kilometer folgen noch. Der erzeugte Solarstrom wird schließlich über eine 110-kV-Anbindung an das Netz von Westnetz übergeben.

Im Herbst folgen weitere zentrale Komponenten: die Transformatoren und der geplante Batteriespeicher. Gerade die Kombination aus großer Solarstromerzeugung, leistungsfähigem Netzanschluss und Speicher macht deutlich, wie das Stromsystem der Zukunft aussehen kann.

Ein Teil des Großprojekts wird zum Bürgerprojekt

Für die Sonneninitiative hat Büttelborn noch eine weitere Besonderheit. Bis zu 10 MWp des insgesamt rund 80 MWp großen Solarparks werden über die Sonneninitiative als Bürgersonnenkraftwerk angeboten.

Damit können Bürgerinnen und Bürger nicht nur beobachten, wie eines der größten Solarprojekte Hessens entsteht, sondern selbst Eigentümer einer Photovoltaikanlage innerhalb dieses Kraftwerks werden.

Genau darin liegt eine Stärke des Projekts, die auch beim Besuch der Kreistagsfraktion deutlich wurde: Energiewende braucht große Anlagen, Netze und Speicher – aber ebenso Menschen, die sie unterstützen und an ihr teilhaben können.

Genau solche Menschen gibt es in Büttelborn, besonders in der Politik. Planung und Genehmigung wurden rekordverdächtig schnell und reibungslos von allen Gremien verabschiedet. Da können sich andere Behörden gerne eine Scheibe von abschneiden.

Verknüpftes Projekt

Büttelborn

Freifläche Worfelden

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Christian Quast 4 Min. Lesezeit So sieht die Zukunft aus: Norwegen

So sieht die Zukunft aus: Norwegen

Wer durch Norwegen fährt, sieht zunächst Fjorde, Berge und Wasserfälle. Wer sich beruflich mit Energie beschäftigt, sieht noch etwas anderes: Strom. Überall. Und das so alltäglich, normal und unaufgeregt wie die norwegische Digitalisierung, die besonders durch Unauffälligkeit auffällt.

Stromtrassen ziehen sich durch Täler und über Hochebenen, Wasserkraftwerke nutzen die gewaltigen Höhenunterschiede, an den Straßen stehen große Ladeparks – und selbst die Fähren fahren inzwischen oft elektrisch.

Norwegen ist ein Energieland. Und vor allem ist es ein Stromland.

2025 erzeugte Norwegen rund 162 Milliarden Kilowattstunden Strom. Knapp 90 Prozent davon kamen aus Wasserkraft, weitere knapp neun Prozent aus Windkraft. Man sieht vereinzelt sogar PV-Anlagen. Fossile Stromerzeugung spielt praktisch keine Rolle.

Das Land hat dafür natürlich Voraussetzungen, von denen wir in Deutschland nur träumen können: enorme Wassermengen, große Höhenunterschiede und riesige Speicherseen. Wasserkraft ist hier nicht Ergänzung des Stromsystems – sie ist dessen Rückgrat. Bemerkenswert ist auch, wem dieses Rückgrat gehört: Rund 88 Prozent der norwegischen Wasserkraft befinden sich in öffentlicher Hand.

Norwegen ist allerdings kein grünes Märchenland. Im Gegenteil: Öl und Erdgas machten 2025 noch rund 57 Prozent des gesamten norwegischen Exportwertes aus. Das Land verdient also weiterhin sehr viel Geld mit fossiler Energie.

Umso interessanter ist, was Norwegen im eigenen Land mit Strom macht.

Das Elektroauto ist kein Elektroauto mehr

Es ist einfach ein Auto.

Im ersten Halbjahr 2026 waren 97,6 Prozent aller neu zugelassenen Pkw elektrisch. Inzwischen fahren mehr als eine Million elektrische Pkw auf norwegischen Straßen; gut ein Drittel des gesamten Pkw-Bestandes ist bereits elektrisch. Auf der Straße sind es eher zwei Drittel, die alten Verbrenner stehen wohl in der Scheune.

Wer dort mit dem E-Auto unterwegs ist, versteht schnell, was diese Zahlen praktisch bedeuten. Man sucht nicht verzweifelt nach einer einzelnen Ladesäule hinter einem Supermarkt. Entlang der Hauptstrecken findet man große Ladeparks mit vielen Schnellladepunkten. Oft sitzen mehrere Betreiber direkt nebeneinander. Ende Juni 2026 gab es landesweit bereits rund 11.100 Schnellladepunkte.

Norwegen diskutiert nicht mehr darüber, ob das Elektroauto für den Alltag geeignet ist. Diese Diskussion ist dort schlicht vorbei. Fällt mal ein Fahrzeug besonders auf, dann der „Stinker“ den man in einem Tunnel die nächste halbe Stunde vor sich hat. Verbrenner, at its worst …

Selbst die Fähre hängt am Ladekabel

Auch eindrucksvoll: die Elektrifizierung an den Fjorden. Fähren gehören in Norwegen zur normalen Straßeninfrastruktur. Und immer mehr von ihnen fahren elektrisch.

Das Prinzip ist eigentlich ideal: kurze, immer gleiche Strecken, große Batterien und leistungsfähige Ladeanschlüsse an den Anlegern. Anlegen, Batterie einstecken, Autos raus, Autos rein, Batterie ausstecken – weiter.

Was vor wenigen Jahren noch als spektakuläres Pilotprojekt galt, ist inzwischen Teil des normalen Verkehrs. Und das Schönste daran: absolute Ruhe bei der Überfahrt und gesundes Luftholen an Deck.

Und dann verschwinden auch noch die Ärgernisse

Ebenso gelungen wie die Elektrifizierung ist die Digitalisierung.

Mautstation? Man fährt einfach durch. Das Kennzeichen beziehungsweise der AutoPASS-Transponder wird erfasst, die Durchfahrt automatisch abgerechnet.

Fähre? Auffahren, übersetzen, weiterfahren. Die Abrechnung läuft ebenfalls über Fahrzeug und AutoPASS-System.

Beim Parken begegnet einem dasselbe Prinzip: Kennzeichenerkennung mit automatischer Bankabbuchung statt zum Automaten laufen und Parkschein in die Schranke fummeln.

Die dahinter stehende Haltung: Digitalisierung soll einen Vorgang verschwinden lassen – nicht einen neuen zusätzlichen (digitalen) Vorgang erzeugen. (Deutscher Tipp —> Damit wir niemanden diskriminieren oder entlassen müssen, zur Sicherheit noch den alten Vorgang parallel immer weiter laufen lassen …😉)

Ein Blick in unsere Zukunft?

Norwegen lässt sich nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen. Das Land hat nur rund 5,6 Millionen Einwohner, enorme Wasserkraftressourcen und wurde durch Öl und Gas sehr reich.

Aber darum geht es auch nicht.

Interessant ist etwas anderes: Man kann dort heute beobachten, was passiert, wenn über Jahre konsequent elektrifiziert wird.

  • Das Elektroauto wird gewöhnlich.

  • Der Ladepark wird Teil der Straßeninfrastruktur.

  • Die Fähre wird zum elektrischen Verkehrsmittel.

  • Maut und Tickets verschwinden in digitalen Systemen.

  • Und Strom wird zum selbstverständlichen Energieträger für immer mehr Bereiche.

Die Energiewende ist erst dann angekommen, wenn wir aufhören, sie ständig „Energiewende“ zu nennen.

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