Sonneninitiative
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Am 9. Februar 2026 startete in der Evangelischen Akademie am Römerberg der Beteiligungsprozess zur Fortschreibung des Regionalen Energie- und Klimaschutzkonzepts. Geladen hatte der Regionalverband FrankfurtRheinMain – und alle sind gekommen.

Wiedersehen mit Wirkung – Auftakt zur Fortschreibung des Regionalen Energie- und Klimaschutzkonzepts FrankfurtRheinMain

Klimaschutzmanager und Vertreter der Kommunen und Kreise, der LandesEnergieAgentur, des Landesverband Erneuerbare Energie Hessen e.V., des Klimareferats Frankfurt, der Kommunalpolitik der über 80 Mitgliedskommunen, mithin, das Who-is-Who der Klimaakteuere der 2,4-Mio.-Metropolregion.

Neben Fachvorträgen und Strategiedebatten prägte vor allem eines den Nachmittag: das persönliche Wiedersehen vieler Weggefährtinnen und Weggefährten der regionalen Energiewende. Zahlreiche Akteure kennen sich seit Jahren – manche seit den ersten Klimaschutzrunden vor über einem Jahrzehnt. Entsprechend groß war die Freude, alte Kontakte aufzufrischen, Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen anzustoßen.

Der Zeitpunkt für die Fortschreibung ist bewusst gewählt, wie Projektleiter Michael Voll erläuterte: Während Klimaschutz immer mehr in den Hintergrund rücke und kurzfristige Interessen dominierten, setze die Region FrankfurtRheinMain ein anderes Signal: langfristig denken, faktenbasiert handeln und gemeinsam Verantwortung tragen. Denn genau darin liegt die Stärke regionaler Zusammenarbeit – nah an den Menschen, gemeinschaftlich, pragmatisch und umsetzungsorientiert.

Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands FrankfurtRheinMain, betonte in seinem Grußwort die Dringlichkeit entschlossenen Handelns angesichts Klimakrise und steigendem Energiebedarf. In der Keynote stellte Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Transformationsforscher und langjähriger Leiter des Wuppertal Instituts, Klimaschutz als strategische Gemeinschaftsaufgabe in den Mittelpunkt.

Praxisbeispiele aus Kommunen und Regionen zeigten anschließend, wie interkommunale Kooperation, Energiemanagement und erneuerbare Projekte konkret gelingen können. Durch das Programm führte Dr. Kirsten Schröder-Goga, Abteilungsleiterin Klima, Energie und Nachhaltigkeit beim Regionalverband FrankfurtRheinMain, die den Fachbereich des Beteiligungsprozesses koordiniert.

Dass die Region dabei auf gewachsene Strukturen aufbauen kann, wurde mehrfach deutlich. Initiativen wie das Sonnenfest in Rüsselsheim oder frühere Kampagnen zum PV-Ausbau haben schon vor Jahren Menschen, Kommunen und Projekte zusammengebracht und der Energiewende vor Ort ein Gesicht gegeben.

Auch für den Verein war die Veranstaltung vertrautes Terrain. Bereits bei früheren Konzeptphasen aktiv eingebunden, bringt der Verein seine Erfahrungen aus Bürgerenergie- und Solarprojekten nun erneut in den Prozess ein. „Ich freue mich, dass der Regionalverband ein Gegengewicht zur allgemeinen Abkehr von der Klimaverantwortung bildet“, sagt Christian Quast vom Verein. „Gerne stellen wir unsere ganz praktischen Erfahrungen bei der Umsetzung von Energieprojekten den Mitgliedskommunen zur Verfügung“.

Der Auftakt machte deutlich: Die Energiewende entsteht nicht nur durch Strategien auf dem Papier, sondern vor allem durch Menschen, die gemeinsam anpacken und Energieprojekte umsetzen – gerade dann, wenn der Gegenwind stärker wird.

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